Betuwe: Zug im Notfall stoppen

kein durchkommen!

RP-Bericht
VON SEBASTIAN LATZEL

Emmerich (RP) Das Thema „Sicherheit“ bleibt aktuell. Der Landtagsabgeordnete Bodo Wißen hakte bei der Landesregierung nach, weil ein Vertreter der DB angedeutet hatte, dass es im Notfall Absprachen mit Schrankenwärtern geben könnte.

REES / EMMERICH Die Aussage hatte damals für Aufregung und recht heftiges Gelächter gesorgt. Norbert Janiak von der DB-Zentrale hatte bei der Informationsveranstaltung in Rees zum Thema „Notfalleinsatz“ eingeworfen, der Schrankenwärter könne im Notfall Rücksicht auf den Rettungswagen nehmen. Die Schranken könnten entsprechend geöffnet oder der Schienenverkehr angehalten werden. Das hatte Staunen und Gelächter im Saal zur Folge und war Anlass für den Halderner SPD-Landtagsabgeordneten Bodo Wißen in dieser Sache eine kleine Anfrage an das Verkehrsministeriums des Landes zu richten.

Norbert Janiak habe sich durch „völlig unqualifizierte Äußerungen hervor getan und damit die Sorgen und Nöte der betroffenen Bürgerinnen und Bürger ins Lächerliche gezogen“, so Wißen in seiner Anfrage, auf die er jetzt eine Antwort des Verkehrsministeriums bekam. Nicht die Sorgen und Nöte der Bürger seien ins Lächerliche gezogen worden, sondern die Aussagen des Bahnvertreters, heißt es.

Denn dessen Ausführungen hätten darauf abgezielt, die Möglichkeiten der Absprache zwischen Rettungskräften und dem Stellwerk darzustellen. Es bestehe tatsächlich faktisch die Möglichkeit, die Schranken im Notfall länger geöffnet zu halten, um dringende Krankentransporte noch vor dem Schließen der Schranken passieren zu lassen. Dieses Verfahren werde in Gefahrensituationen bereits üblicherweise praktiziert, worauf Wißen die ironische Frage anschloss, ob jetzt künftig vor jeder Schranke wieder ein Wärter stehen würde und das gleichzeitig zu Neueinstellungen bei der Bahn führe. Das sei nicht der Fall, so die Antwort aus Düsseldorf, die Absprache erfolge über das zuständige Stellwerk.

Bei der Bahn bestätigt man, dass dieses Verfahren durchaus im Ernstfall praktiziert werde. Auf der Strecke zwischen Emmerich und Wesel wäre dann das Emmericher Stellwerk zuständig, so Bahnsprecher Jürgen Kugelmann.

Er wies allerdings darauf hin, dass es technisch unmöglich sei, die Schranken zu öffnen, wenn sie einmal unten seien. „Das ist viel zu gefährlich bei den Geschwindigkeiten, die zum Beispiel ein ICE fährt“, sagt Kugelmann. Außerdem würden ja auch andere Autos über den Übergang fahren, wenn sich die Schranken öffnen. Daher sei die Anlage schon so ausgelegt, dass die Schranken nicht mehr geöffnet werden können, wenn der Zug unterwegs ist.

Praktikabel sei allerdings die Möglichkeit, einen Zug zu stoppen, damit eine Schranke länger oben bleibt, wenn ein Rettungswagen bereits unterwegs ist. „Davon wird im Notfall auch Gebrauch gemacht“, sagt Kugelmann.